Steuer-Gurus

Steuer-Gurus

Top oder Flop?

Der Artikel bei wallstreet:online mit dem Titel „Warum Steuer Coaching, wenn man doch einen Steuerberater hat? Ein Test und Erfahrungen“ ➚ gab den Ausschlag für einen Blog-Beitrag der Kanzleioptimisten mit dem Titel „Die neuen Steuer-Coaches – Alles Scharlatane?“ ➚. Mit unserem Blog-Beitrag wollen wir diese und weitere Artikel unter anderem über Alex Düsseldorf Fischer zusammenfassen und eine eigene Einschätzung abgeben.

Artikel von Wallstreet:online

Der Artikel von Wallstreet:online beschreibt die Selbsterfahrung des Autors sowie eines unbekannten Bekannten mit Steuerberatern einerseits und einem der Internet-Gurus für Immobilien, Steuern und Finanzen, Alex „Düsseldorf“ Fischer ➚, andererseits. Der Artikel zeigt einen Widerspruch auf, der jedoch nicht geklärt wird. Denn einerseits würden Steuerberater*innen keine Möglichkeiten kennen, um Steuern zu gestalten, andererseits gehen sie ja gerade selbst in derartige Seminare, um weitere Möglichkeiten kennenzulernen.

Fazit aus diesem Artikel: Es macht Sinn, dass sich Steuerpflichtige mit ihren Steuern auch selbst auseinandersetzen und nicht einfach alles nur an eine*n Steuerberater*in delegieren. Denn ist ein Sachverhalt erst – ohne Kenntnis der Rechtslage – realisiert, lässt sich im Nachgang auch kaum noch etwas heilen.

Dieser Punkt wird nicht nur von uns, sondern von den meisten Steuerberatern, allen Mandanten nahegelegt.

Ein schönes Fazit zieht eine der Steuerberaterinnen, Birgit Schöller, im Video auf der Homepage von Alex Fischer: Sie empfindet das Coaching nicht als Konkurrenz, da es eine Steuerberatung nicht ersetzt, sondern vielmehr der Wissensvermittlung dient.

Artikel der Wirtschaftswoche

Im Dezember 2021 sind gleich zwei Beiträge (leider hinter einer Paywall) erschienen: Kann Steuerguru Alex Fischer wirklich die Steuerlast halbieren? ➚ und unter dem Titel „Die fragwürdigen Versprechen eines Selfmade-Millionärs“ ➚ hat die Wirtschaftswoche im Oktober 2021 einen Artikel über das „Next-Level-Steuercoaching“ von Alex Düsseldorf Fischer geschrieben.  Gemäß dem Artikel verspricht Fischer den Teilnehmern seines Kurses dafür zu sorgen, dass sowohl Urlaub, als auch Jetski oder Hund steuerlich verwertbar sind.

Gemäß einem Beitrag aus 2019 ➚ ist Fischer Anhänger von Scientology. Mehr Details dazu werden in einem weiteren Beitrag, der Scientology als Franchisesystem bezeichnet ➚, dargestellt. 

Online-Marketing-Maschine

In einem Beitrag von Wirtschaft-TV.com aus dem Februar 2022 ➚ wird eindrucksvoll beschrieben, wie man sich einen „Guru-Status“ heutzutage aufbaut: Bestsellerautor Julius Löwenstein wird zum Thema Bücher interviewt und führt als Beispiel bei Fischer an, dass dessen „Steuerlexikon“ mit einem kleinen Verkaufspreis von lediglich 5 € letztlich vor allem dazu dient, sich Buchautor nennen zu dürfen und Kundschaft für das hochpreisige Steuercoaching zu locken.

Fazit dazu: Das Marketing ist definitiv besser als in so mancher Steuerkanzlei, was sicher auch am früheren Werbeverbot für Steuerberater liegt. Auch ist für das laufende Geschäft der Berater, nämlich Buchhaltung, Steuererklärungen, Jahresabschlüsse und individuelle Steuerberatung, zu viel Marketing sogar schädlich. Denn jeder Neukunde muss ja persönlich betreut werden. Hier hat Fischer, der wie andere selbsternannte Steuerexperten letztlich nur reproduzierbare Bücher, Videos und ähnliches anbietet, einen klaren Vorteil.

Beitrag der Kanzleioptimisten

Die Kanzleioptimisten setzen sich in Ihrem Beitrag zunächst auch mit dem oben genannten Artikel auseinander. Sie geben den Steuerberater*innen aber auch Tipps für die Kommunikation mit dem Mandanten, denn logischer Weise ist ein „Nein, dass geht nicht,“ nicht das, was Mandant*innen hören wollen. Hier fehlt es oft an der erforderlichen Erläuterung oder dem Einfühlungsvermögen.

Tatsächlich ist nicht jedes der im Internet propagierten Steuersparmodelle auch für jede*n anwendbar. Bei einigen sind die Kosten auch so hoch, dass es sich nur ab einem bestimmten Gewinn bzw. Vermögen lohnt, diese Strukturen anzugehen.

Erfahrungsbericht von Steuerberater Florian Fischer auf LinkedIn

Steuerberater Florian Fischer berichtet auf LinkedIn ➚ von einem Zoom-Meeting mit einem Mandanten und einem selbsternannten Guru. Das dargestellte Modell hat deutliche Aspekte von Steuerhinterziehung, wurde aber vehement verkauft. Auf die Frage nach einer verbindlichen Auskunft, gab es natürlich keine Antwort.

Fazit: Alter Wein in neuen Schläuchen. Erst wurden Holdings und der Wegzug ins Ausland gepriesen, dann Genossenschaften und nun die EWIV. Da die EWIV steuerlich eine Personengesellschaft ist, scheinen die dargestellten Vorteile an den Haaren herbeigezogen zu sein. Ein echter Steuerspareffekt tritt tatsächlich ein, weil die Vergütung des Gurus bei 10 – 15 % der Betriebseinnahmen liegen soll. Dadurch sinkt – auf Grund der sinkenden Gewinne – natürlich auch die Steuerbelastung.

Fazit zum „Steuern sparen“

So manches Steuersparmodell – man denke nur an die zahlreichen Schiff- und Filmfonds – hat den Beteiligten nicht nur eine vermeintlich geringere Steuerlast, sondern auch massive Verluste „verschafft“. Zudem gilt es immer zu klären ob die Voraussetzungen für ein Modell auch erfüllt werden können, z.B. was eine erforderliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes angeht, um von günstigen Steuersätzen im Ausland tatsächlich zu profitieren. Auch eine Stiftung, Genossenschaft oder Holdingstruktur ist nicht in jedem Falle sinnvoll.

Tipp: Wenn Sie von einem Steuertrick erfahren haben, sprechen Sie uns gerne an. Wir klären dann gemeinsam mit Ihnen was zu einer Umsetzung erforderlich ist.

Update vom 08.06.2022: Artikel wesentlich überarbeitet und den Beiträge von Wirtschaftswoche und Wirtschaft-TV ergänzt.

Update vom 17.08.2022: Redaktionelle Korrektur und Ergänzung um den LinkedIn-Beitrag.

Update vom 06.12.2022: Fehlerkorrektur und Überarbeitung

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