Handlungsempfehlungen für Sie als Unternehmer
Unternehmenskrisen entstehen selten über Nacht. Meist kündigen sie sich schleichend an – durch sinkende Margen, Liquiditätsengpässe, Veränderungen im Markt oder zunehmenden Druck von Banken und Geschäftspartnern. Wir zeigen welche konkreten Maßnahmen helfen, das eigene Unternehmen krisenfest aufzustellen – und warum Abwarten keine Lösung ist.
Die gute Nachricht: Wenn Sie früh handeln, können Sie Krisen nicht nur abwenden, sondern Ihr Unternehmen langfristig stärken.
Krise als Veränderung und nicht als Scheitern definieren
Jedes Unternehmen durchläuft Phasen der Unsicherheit. Konjunkturzyklen, neue Wettbewerber, Digitalisierung, politische Entscheidungen, eine Pandemie oder verändertes Kundenverhalten stellen selbst gesunde Betriebe regelmäßig vor Herausforderungen.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, ob eine Krise entsteht – sondern wie Unternehmer damit umgehen. Erfolgreiche Unternehmer akzeptieren Krisen als Teil der Realität und reagieren aktiv, statt zu verdrängen.
Risiko: „Das haben wir immer so gemacht“
Gerade in inhabergeführten und traditionsreichen Unternehmen sind gewachsene Strukturen eine Stärke – können aber auch zur Schwäche werden.
Typische Denkweisen, die gefährlich werden können:
- „Das ist nur eine vorübergehende Flaute“
- „Unsere Kunden kommen schon wieder“
- „Unsere Hausbank kennt uns – das passt schon“
- „Externe Berater brauchen wir nicht“
Diese Haltung basiert oft auf Erfahrung – aber Erfahrung ersetzt keine aktuellen Zahlen, Analysen und Marktbeobachtungen. Märkte verändern sich schneller als je zuvor. Wer sich und sein Unternehmen nicht regelmäßig hinterfragt, verliert Handlungsspielraum.
Frühwarnsysteme statt Bauchgefühl
Unternehmerische Intuition ist wertvoll – reicht aber in komplexen Zeiten nicht mehr aus. Hier unsere Tipps, welche Frühwarnsysteme Sie als selbstverständlich ansehen sollten:
- laufende Liquiditätsplanung (mind. 12 Monate)
- regelmäßige Analyse von Kosten, Margen und Cashflow
- funktionierendes Controlling
- kritische Auswertung der BWA, nicht nur Ablage
- Szenarioanalysen („Was passiert, wenn…?“)
Je früher negative Entwicklungen sichtbar werden, desto größer sind die Lösungsoptionen.
Vertrieb und Markt: Bekanntheit allein reicht nicht mehr
Viele Unternehmen verlassen sich auf ihren guten Namen. Doch:
- Ansprechpartner wechseln
- Einkaufsprozesse werden digitalisiert
- Ausschreibungen laufen über Plattformen
- Kaufentscheidungen werden datengetrieben getroffen
Aktiver Vertrieb und digitale Sichtbarkeit sind heute keine Kür mehr, sondern Pflicht.
Unternehmer sollten regelmäßig prüfen:
- Erreichen wir neue Kunden?
- Sind unsere Vertriebswege zeitgemäß?
- Nutzen wir digitale Kanäle konsequent?
- Haben wir ein klares Leistungsversprechen?
Ein stagnierender Vertrieb ist oft eines der ersten Anzeichen einer kommenden Krise.
Banken, Steuerberater & Partner früh einbinden
Wenn Banken Unterlagen anfordern oder Steuerberater kritische Hinweise geben, ist das kein Angriff, sondern ein Warnsignal. Gerade in angespannten Situationen gilt:
- Transparenz schafft Vertrauen
- Planung schlägt Rechtfertigung
- Vorbereitung verhindert Eskalation
Unternehmen, die früh belastbare Zahlen und realistische Konzepte vorlegen, behalten deutlich mehr Verhandlungsspielraum.
Hoffnung ist keine Strategie
Einer der häufigsten Fehler in Unternehmenskrisen ist das Warten: „Irgendwie hat es bisher immer funktioniert.“
Doch:
- Zahlungsziele verschieben sich
- Rückstände häufen sich
- Entscheidungen werden vertagt
- Handlungsspielräume schrumpfen
Krisen lösen sich nicht von selbst. Wer handelt, behält Kontrolle – wer wartet, verliert sie.
Externe Unterstützung ist ein Zeichen von Stärke
Niemand kennt das eigene Unternehmen besser als der Unternehmer selbst.
Aber: Externe Experten bringen Distanz, Erfahrung aus anderen Fällen und strukturierte Lösungsansätze.
Frühzeitig eingebunden können sie helfen:
- Risiken realistisch einzuschätzen
- Sanierungsoptionen zu entwickeln
- Gespräche mit Banken und Gläubigern zu strukturieren
- Haftungsrisiken zu vermeiden
Das Ziel ist nicht Fremdbestimmung – sondern Handlungsfähigkeit.
Fazit: Unternehmerische Verantwortung heißt, rechtzeitig zu handeln
Unternehmen geraten nicht in die Krise, weil sie schlecht geführt werden – sondern oft, weil Warnsignale zu spät ernst genommen werden. Eine sinnvolle Krisenprävention bedeutet:
- hinschauen statt hoffen
- planen statt reagieren
- entscheiden statt aufschieben
Fazit
Wer Sie Ihr Unternehmen aktiv steuern, können Sie Krisen nicht nur bewältigen, sondern als Wendepunkt für nachhaltigen Erfolg nutzen.


