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EmpCo-Richtlinie und Gemeinwohl-Ökonomie

Was Unternehmer jetzt wissen sollten

Nachhaltigkeit gehört für viele Unternehmen inzwischen selbstverständlich zur Unternehmensführung. Gleichzeitig werden die Regeln dafür, wie Unternehmen über Nachhaltigkeit sprechen dürfen, konkreter.

Die EmpCo-Richtlinie („Empowering Consumers for the Green Transition“) soll Verbraucher besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten deshalb prüfen, welche Aussagen sie auf ihrer Website, in Broschüren, Social Media oder Werbung verwenden. In Deutschland erfolgt die Umsetzung über das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb ↗.

Besonders relevant ist die Entwicklung für Unternehmen, die sich an der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) orientieren und eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen.

Was bedeutet die EmpCo-Richtlinie für Unternehmen?

Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „klimafreundlich“ oder „ökologisch“ können problematisch sein, wenn sie zu allgemein bleiben oder nicht ausreichend belegt werden können.

Für Unternehmer bedeutet das: Nachhaltigkeit darf weiterhin kommuniziert werden – aber möglichst konkret, nachvollziehbar und belegbar.

Statt „Wir wirtschaften nachhaltig“ ist beispielsweise eine konkrete Aussage über reduzierte Emissionen, geringeren Energieverbrauch oder bestimmte Maßnahmen wesentlich aussagekräftiger.

Was ändert sich für die Gemeinwohl-Ökonomie?

Die Gemeinwohl-Ökonomie betrachtet Unternehmen nicht nur anhand ihres wirtschaftlichen Erfolgs, sondern auch danach, welchen Beitrag sie für Gesellschaft und Umwelt leisten. Ein wichtiges Instrument dafür ist die Gemeinwohl-Bilanz.

Durch die EmpCo-Richtlinie wird nun besonders wichtig, wie diese Leistungen nach außen dargestellt werden. Die GWÖ passt deshalb ihre Bilanzierung, das ECOnGOOD-Label und die Kommunikation an die neuen Anforderungen an.

Für Unternehmen bedeutet das: Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie bleibt bestehen – die Kommunikation darüber wird präziser. Die Prozesse ändern sich, da es keine Peer-Bewertungen mehr geben darf und alle Berichte letztlich von einer Zertifizierungsgesellschaft gegengeprüft werden müssen, um rechtlichen Bestand zu sichern.

Und bei Onepercentfortheplanet?

Auch bei onepercentfortheplanet ↗ kommt es innerhalb der EU zu einer Änderung. Der Nachweis, dass 1% des Umsatzes gespendet wurde, muss nun auch von einer Zertifizierungsgesellschaft überprüft werden, damit das Siegel weiterhin rechtssicher geführt werden kann.

Nachhaltigkeit muss belegbar sein

Für Unternehmer wird damit eine gute Dokumentation wichtiger. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Energie- und Ressourcenverbrauch
  • ökologische Maßnahmen und deren Wirkung
  • Arbeitsbedingungen
  • Lieferketten und faire Zusammenarbeit
  • gesellschaftliches Engagement
  • konkrete Nachhaltigkeitsziele und deren Umsetzung

Eine strukturierte Dokumentation hilft nicht nur bei der Kommunikation, sondern schafft auch eine belastbare Grundlage für die Unternehmensführung.

Was sollten Unternehmer jetzt prüfen?

Ein kurzer Check der eigenen Kommunikation kann sinnvoll sein:

1. Welche Nachhaltigkeitsbegriffe verwenden wir?
Etwa „grün“, „nachhaltig“, „klimafreundlich“ oder „ökologisch“.

2. Was genau meinen wir damit?
Bezieht sich die Aussage auf das gesamte Unternehmen oder einen bestimmten Bereich?

3. Können wir sie belegen?
Welche Zahlen, Prozesse oder Nachweise stehen dahinter?

Gerade pauschale Aussagen sollten geändert werden, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Nachhaltigkeit wird zur Managementaufgabe

Die EmpCo-Richtlinie zeigt: Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Thema für Marketing. Entscheidend ist, was ein Unternehmen tatsächlich tut und wie nachvollziehbar es das darstellen kann.

Damit wird Nachhaltigkeit zunehmend Teil einer ganzheitlichen Unternehmensführung – von Investitionen und Controlling bis hin zu Kennzahlen und Dokumentation.

Als Steuerberatung begleiten wir Unternehmen nicht nur bei Jahresabschlüssen und Steuererklärungen. Wir unterstützen Unternehmer auch dabei, wirtschaftliche Entwicklungen und neue Anforderungen frühzeitig einzuordnen und ihre Entscheidungen auf eine solide Grundlage zu stellen. Zudem unterstützen wir Unternehmen auch bei der Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz.

Fazit

Die EmpCo-Richtlinie steht für einen klaren Trend: Weniger pauschale Nachhaltigkeitsversprechen, mehr belegbare Unternehmenspraxis. Glaubwürdige Nachhaltigkeit beginnt nicht mit einem Werbeslogan, sondern mit konkreten Maßnahmen, nachvollziehbaren Daten und einer sauberen Dokumentation.

Spätestens bis zum 25. September 2026 sollten, die eigenen Nachhaltigkeitsaussagen überprüft werden, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Für Unternehmen, die sich an der Gemeinwohl-Ökonomie orientieren, bedeutet das eine Prüfung der Kommunikation und für Gemeinwohl-Bilanzen auch die Überprüfung durch eine Zertifizierungsgesellschaft.

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