Spekulationsverluste

Verluste durch Spekulationen bei Krankenkassen

Elf gesetzliche Krankenkassen haben Verluste durch Spekulationen erlitten. Letztlich trifft das direkt deren Versicherte und durch potentiell steigende Beiträge auch die Arbeitgeber. Eine Recherchekooperation von NDR, WDR und der SZ deckte diesen Skandal im Gesundheitswesen auf, wie das Ärzteblatt berichtet ↗. Die Investitionen in komplexe Fonds, die in Immobilien investiert haben, sollen wohl 170 Millionen € betragen, nun kam es zu einem Verlust eines Großteils dieser Gelder.

Auswirkungen der Verluste durch Spekulationen bei Krankenkassen

Wir möchten in diesem Beitrag die Folgewirkung für die Beiträge dieser Kassen aufzeigen. Letztlich treffen diese Verluste die meisten Kassen bei einer ohnehin angespannten Haushaltslage. Die Folge könnten daher weitere Erhöhungen von Beiträgen sein.

Name der KasseVersicherteBeitragssatzVerlustVerlust/ Versichertenpotentieller Beitragssatz
AOK Bremen286.33317,89%?20,64 €17,92%
Bahn BKK555.70018,25%?20,64 €18,28%
BKK Gildemeister Seidensticker164.24218,00%7,9 Mio. €48,10 €18,08%
BKK Pfalz141.29018,50%?20,64 €18,53%
IKK Südwest615.09818,47%2,0 Mio. €3,25 €18,48%
KKH1.463.89418,38%47,4 Mio. €32,38 €18,43%
MKK Meine Krankenkasse510.99918,10%5,0 Mio. €9,78 €18,12%
Novitas BKK393.66518,20%5,0 Mio. €12,70 €18,22%
Pronova BKK596.93918,30%10,0 Mio. €16,75 €18,33%
SBK Siemens BKK1.111.85118,40%?20,64 €18,43%
Viactiv Krankenkasse672.37218,79%?20,64 €18,82%

Fazit

In einer Zeit, in der Beitragssteigerungen bei den Krankenkasse bereits massiv in der Kritik stehen, kommt es durch die Spekulationen zu weiteren potentiellen Erhöhungen der Zusatzbeiträge. Nach unseren Berechnungen liegen die Erhöhungen der Zusatzbeiträge der betroffenen Krankenkassen bei 0,005% bis 0,08%. Ob und welche Erhöhung tatsächlich umgesetzt wird, hängt jedoch auch von vielen weiteren Faktoren ab.

Beitragshöhe und Einsparpotential

Einige der von den Spekulationsverlusten betroffenen Kassen, gehören bereits jetzt eher zu den teuren Kassen. Als Folge der Verluste drohen weitere Beitragserhöhungen.

Aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern haben wir an anderer Stelle die Möglichkeiten zum Wechsel der Krankenkasse aufgezeigt. Insbesondere bei geplanten Beitragserhöhungen sollte man aus unserer Sicht Alternativen zur Krankenkasse prüfen. Durch einen Wechsel der Kasse lassen sich Teils hunderte Euro pro Jahr einsparen.

Methodik unserer Darstellung zu den Spekulationsverlusten bei Krankenkassen

Wir haben die öffentlich bekannten Angaben (meist aus krankenkassen-direkt.de ↗) zu den Versicherten und Beitragssätzen sowie den eingetretenen Verlusten berücksichtigt. Bei der Annahme zum potentiellen Beitragssatz gehen wir davon aus, dass die Verluste aus der Spekulation innerhalb von 2 Jahren ausgeglichen werden sollen.

Die Zahlen führen letztlich zu einem zu geringen Verlust bzw. einer zu geringen Beitragserhöhung, da diese nur durch die direkten Mitglieder und nicht durch die Familienversicherten getragen wird. Wir gehen von einem durchschnittlichem Gehalt je Versichertem von 30.000 € pro Jahr aus, um die Änderung der Beiträge zu errechnen. Ergänzende Beitragsanpassungen wurden nicht berücksichtigt.

Unberücksichtigt sind potentielle Beitragssteigerungen, die sich aus einem Weggang von Mitgliedern durch die schlechte Presse ergeben. Schließlich möchten viele Versicherte nicht, dass mit ihren hart erarbeiten Beitragsgeldern spekuliert wird.

Eine genaue Angabe ist nur bei den Kassen möglich, die gegenüber den Medien die Höhe der Schäden auch bekanntgegeben haben. In der Folge können die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse, nicht ohne Weiteres in der Aufstellung berücksichtigt werden, da diese keine Angaben zu den eingetretenen Verlusten gemacht haben. Um diese Kassen nicht gänzlich unter den Tisch fallen zu lassen, setzen wir hier den durchschnittlichen Verlust je Versicherten aus den anderen bekannten Fällen an. Bei den 5 betroffenen Krankenkassen haben wir daher den durchschnittlichen Wert je Versicherten der anderen 6 betroffenen Kassen angesetzt.

Sollten Sie selbst für eine der 6 Kassen tätig sein, die bisher nur pauschal berücksichtigt wurde:
Kontaktieren Sie uns gern, damit wir die korrekten Werte ansetzen können. Vielen Dank!

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