Studie zur Steuervermeidung des Tax Justice Network

Deutschland verliert 29,4 Milliarden Euro

Das Tax Justice Network (TJN) hat eine Studie zu den Auswirkungen von Steuervermeidung veröffentlicht, die auf Zahlen der OECD basiert. Die Zusammenfassung für Deutschland ➚ zeigt, dass Deutschland durch Steuervermeidung jährlich 29,4 Milliarden Euro (35 Mrd. US$) verliert. Dies entspricht etwa 4,1% des gesamten Steueraufkommens in Deutschland. Damit liegt Deutschland spiel über dem europäischen (3,4%) als auch über dem weltweiten (2,6%) Durchschnitt.

Von den Verlusten durch Steuervermeidung werden 24 Milliarden US$ (69%) durch Unternehmen und 11 Milliarden US$ (31%) durch Privatpersonen verursacht. Auch der Effekt auf das Gemeinwohl wurde aufgezeigt: Die Verluste entsprechen 19,46% der Bildungs- bzw. 11,26% der Gesundheitsausgaben in Deutschland.

Aber auch Deutschland selbst ist nicht ganz unbeteiligt, so dass laut Studie ein Anteil von 0,8% an der internationalen Steuervermeidung in den deutschen Verantwortungsbereich fällt. Der Mammutanteil davon entfällt mit 98,7% auf Gestaltungsmöglichkeiten der Unternehmen. Lediglich im Umfang von 1,3% führt das deutsche Steuerrecht zur Steuervermeidung bei Privatpersonen.

Die Studie fordert multinationale Konzerne, die während Corona teilweise zu den Profiteuren gehörten während lokale Unternehmen durch den Lockdown betroffen waren, stärker zu besteuern. Darüber hinaus sei eine Vermögensteuer einzuführen und endlich eine internationale Regulierung für Steuern auf Ebene der UN anzusiedeln, da aus Sicht des TJN die Bemühungen der OECD als gescheitert anzusehen sind.

Update vom 04.10.2022: Fehlerhafter Link entfernt.

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